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Hochwasser und Artenschutz

 

Oberbayerischer Fischereitag in Seehausen am Staffelsee:
Während die Menschen vor dem Wasser flüchten, müssen die Fische vor der anschließenden Trockenheit bewahrt werden

 

Das Hochwasser im August hat den Blick der Öffentlichkeit auf das Leid vieler Menschen gelenkt, die in den Wassermassen in Oberbayern ihr Hab und Gut verloren haben. Gleichzeitig trat in den Hintergrund, dass dieses Wasser eigentlich die Heimat für viele Lebewesen ist, die beim Rückgang des Hochwassers oftmals umgekehrt vor der Trockenheit gerettet werden mussten. Darauf machte der Fischereiverband Oberbayern am 10. und 11. September im Rahmen seines traditionellen Fischereitages in Seehausen am Staffelsee aufmerksam. Der Verband vertritt etwa 33.000 Berufs und Angelfischer im Regierungsbezirk. Hochwasserschutz, so der Verband, sei auch im Sinne der oberbayerischen Fischerei.

 

Der Fischereiverband Oberbayern bekenne sich eindeutig zum Hochwasserschutz und arbeite in diesen Fragen aktiv mit den jeweiligen Wasserwirtschaftsämtern zusammen. Oftmals sind mit den Baumaßnahmen an den Gewässern erhebliche Kosten verbunden. Der Fischereiverband Oberbayern begrüßt es deshalb, dass nach langem Hin und Her endlich die Sanierung der Wehranlage am Staffelsee durchgesetzt werden konnte.

 

Die Fischereivereine, die durch das Hochwasser ihren Besatz verloren haben, können beim Verband erneut einen Antrag stellen auf Unterstützung. Der Besatz unserer heimischen Gewässer mit gefährdeten Fischarten ist eine Pflichtaufgabe des Fischereiverbandes Oberbayern. Allerdings müssen die geschädigten Vereine mittels Elektroabfischungen den Nachweis erbringen, dass ihr Besatz durch das Hochwasser stark gelitten hat. Vielerorts sind in Oberbayern durch die ungewöhnlich starken Wassermassen Schäden an den Gewässern entstanden. Derzeit sind Verbandsvertreter zusammen mit den Wasserwirtschaftsämtern dabei zu überprüfen, inwieweit auch Renaturierungsmaßnahmen unter dem Hochwasser gelitten haben. Die Zusammenarbeit mit den Wasserwirtschaftsämtern funktioniert auf diesem Gebiet hervorragend. „Wir gehen davon aus, dass eventuelle Schäden umgehend behoben werden können“.

 

Empörung hat in der oberbayerischen Fischerei vor ein paar Wochen die Nachricht ausgelöst, dass der bereits genehmigte Abschuss der Kormorane am Chiemsee ausgesetzt wurde. Die örtliche Fischereigenossenschaft hat umgehend protestiert. Nach wie vor entnehmen die schwarzen Fischräuber auf ihrer Nahrungssuche den heimischen Gewässern unzumutbar hohe Mengen an Edelfischen. Am Chiemsee inzwischen bereits die Hälfte dessen, Was die Berufsfischer fangen, um damit die örtliche Gastronomie mit ökologisch einwandfreier Ware zu beliefern, von der auch der Tourismus der Region und damit viele Arbeitsplätze abhängig sind. Anderswo in Oberbayern stellt sich die Situation nicht anders dar. Deshalb verlangt der Fischereiverband Oberbayern eine Reduzierung der Bestände des Kormorans. Im Falle des Chiemsees wurde auf den Protest des Landesfischereiverbandes hin die Aussetzung des Abschussbeschlusses wieder aufgehoben. Auch am Staffelsee nimmt der Fraßdruck der Kormorane immer noch zu. Inzwischen entnehmen die Vögel ihre Beute auch den von den Fischern ausgelegten Netzen. Zusätzlich zu den Schäden an den Fischbeständen richten die Kormorane auch noch erhebliche Schäden an den teuren Fanggeräten der Fischer an. Viele Netze wurden auf diese Weise schon unbrauchbar.

 

© Copyright Fischereiverband Oberbayern e.V.